Wenn die Flut kommt
by Jenny on Aug.27, 2010, under Allgemein | Diesen Artikel Schwarz auf Weiss lesen
Es ist 18.30 Uhr als ich diesen Blogbeitrag verfasse. Langsam komme ich zur Ruhe – kein Wunder, schließlich bin ich bereits 34 ½ Stunden auf den Beinen. Was in der vergangenen Nacht passiert ist, möchte ich so schnell nicht noch einmal erleben.
Donnerstag, 26. August – 22.40 Uhr: Den ganzen Tag über regnet es schon. Die Gräben an unserem Haus im Scheddebrock (Nordwalde) schwellen immer weiter an. Im Internet gibt es zwar eine Unwetterwarnung, doch „Hochwasser? Bei uns? Gab‘s ja noch nie.“
Donnerstag, 26. August – 23.45 Uhr: Eine Stunde nachdem ich zu Bett gegangen bin sind unser Hof, der Hof unserer Bäckerei und die Straße (die beides voneinander trennt) nur noch eine einzige Wasserfläche. Mama, Papa, mein 14-jähriger Bruder, mein Freund und ich stürzen in die Bäckerei. Unser Haus liegt glücklicherweise so hoch gelegen, dass hier kaum etwas passieren kann, doch der Keller der Bäckerei steht bereits unter Wasser.
Verzweifelt laufen mein Bruder und ich in der Dunkelheit durch die völlig überflutete Nachbarschaft (die in einer Bauernschaft ja durchaus etwas weitläufiger ist) und suchen Hilfskräfte. Es ist großartig wie schnell 20 Männer in unserer Backstube stehen. Sie schleppen Mehl- und Körnersäcke als Dämme. Einer lässt sogar seinen nächtlichen Flug nach Mallorca sausen, nur, weil er uns helfen will.
Als wir Kontakt mit der Feuerwehr aufnehmen werden wir abgewimmelt: „Das kann noch drei Stunden dauern, bis wir bei Ihnen sind, wir räumen Nordwalde von hinten auf.“ Na toll, bald ist der Keller so vollgelaufen, dass wir nicht mehr an den Stromkasten kommen, das bedeutet Lebensgefahr. Das Backen haben wir bereits aufgegeben, am nächsten Tag bleiben die Filialen geschlossen. Schließlich kommt die Feuerwehr aus Altenberge, wo das Chaos weitaus weniger schlimm ist. Doch die Helfer bekommen ihre eigene Pumpe nicht an. Lediglich ein benachbarter Bauer kann uns mit seiner Güllepumpe helfen.
Die Hauptstraße ist mittlerweile zu einem strömungsstarken Fluss geworden, in dem mir das Wasser bis zur Hüfte steht. Als ein Katzenkadaver an mir vorbei schwimmt, könnte ich mich übergeben. Um 3 Uhr ist der Höchstpegel erreicht. Knapp 200 Liter sind pro Quadratmeter gefallen. Doch genauso schnell wie das Wasser kam, ist es auch wieder weg. Um 5 Uhr ist es von Straße und Hof komplett verschwunden. Was bleibt, sind die zahlreichen Schäden, die die Flut hinterlassen hat und am nächsten Tag beseitigt werden wollen und die Erkältungen, von denen die etlichen Helfer, die die ganze Nacht im Wasser geschuftet haben, auch noch eine Weile zehren werden.
GameFusion: Landwirtschaftssimulator 2011
by Patti on Aug.27, 2010, under Games | Diesen Artikel Schwarz auf Weiss lesen
Das GameFusion-Team bietet euch einen (nicht) exklusiven Einblick in den Landwirtschaftssimulator 2011, welcher definitiv das Highlight der diesjährigen gamescom darstellt.
Pilot: Landwirtschafts Simulator 2011 – Firstlook from GameFusion on Vimeo.
Paddylicious #5
by Patti on Aug.24, 2010, under Podcast | Diesen Artikel Schwarz auf Weiss lesen
Fast einen Monat ist der letzte Podcast her, aber dafür bekommt ihr dieses Mal auch eine extra große Portion. Es geht hauptsächlich um die gamescom, die in der letzten Woche stattfand und über die ich einiges erzählen wollte. Ganz viel Spaß wünsche ich euch beim Anhören und schreibt bitte ganz viel nette Dinge in die Kommentare!
Ferienlager
by Jenny on Aug.18, 2010, under Allgemein | Diesen Artikel Schwarz auf Weiss lesen
Zwei Wochen Ferienlager Dänemark: 20 Teilnehmer auf der Suche nach Erholung, Spaß und Action und neun Betreuer deren Aufgabe es ist, die “Teile” im Zaum zu halten und trotzdem nicht als Erzieher daherzukommen. In diesem “etwas” längeren Blogbeitrag gebe ich Euch ein paar Einblicke in das Leben als Betreuerin im Ferienlager.
Freitag, 30. Juli: Los geht’s – es ist mein erstes Jahr als Betreuerin im Lager der evangelischen Kirchengemeinde Nordwalde-Altenberge. Im letzten Jahr war ich selber noch als Teilnehmerin dabei und es war toll. Ich bin vorfreudig, wenn auch ein wenig nervös und angespannt angesichts der Aufgaben, welche da auf mich zukommen. Nach dem tränenreichen Abschied von meinem Freund geht es direkt rein ins Vergnügen. Der Bus muss mit Lebensmitteln und Materialien bepackt werden. In einer Stunde kommen die ersten Teilnehmer, parat für die Abfahrt. Als wenig später deren Gepäck und Schlafsachen verstaut sind, Mama und Papa ihr Abschiedsküsschen bekommen haben und endlich alle im Bus sitzen, geht es los. Die Fahrt dauert knapp zehn Stunden. Es geht bis in den Nord-Westen Dänemarks, nach Løkken. Auf die Frage wie lange es noch dauert, antworten wir Betreuer einfach “Ne Viertelstunde”. Das bewirkt, dass sich die Teile diese Frage schnell sparen. Für amüsanten Gesprächsstoff sorgen auch die T-Shirts: Auf denen der Teilnehmer steht “FREIZEIT?” auf unseren “… wenn wir Bock haben.” Unser Motto für diese zwei Wochen…
Finden die zwölf bis 16-Jährigen soweit ganz cool
Samstag, 31. Juli: Ankunft am Haus Rubjerglejren – es ist wie nach Hause kommen für mich. Alles kommt mir so bekannt vor, als sei es erst gestern gewesen, dass ich hier war. Ein typischer Anreisetag beginnt: Alle beziehen ihre Zimmer und die wenigen Regeln werden den Teilen eingeflößt.
Sonntag, 01. August bis Freitag 06. August: Wir sind begeistert wie schnell die Gruppe sich zusammen gefunden hat. Es gibt keine einzelnen Kleingruppen, alle sind integriert und verstehen sich bestens. Die erste Woche verläuft ruhig. Kennenlernspiele in Form einer Olympiade wecken den Ehrgeiz von Teilnehmern und Betreuern. Ansonsten gestalten wir das Programm flexibel. Wann immer es das Wetter zu lässt machen wir uns auf den Weg zum Strand. Es ist kühl, aber erfrischend. Das dänische Klima tut mir als Sonnenallergikerin unglaublich gut. Ein Highlight ist der Strandspaziergang zu den Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg: Schon eindrucksvoll.
Samstag, 07. August: Die Hälfte ist geschafft und das bedeutet: BERGFEST. Den ganzen Tag treffen wir Vorbereitungen für die abendliche Party. Als Abwechslung zu Chili, Gulasch, Tortellini und Co. gibt es Burger zum Selbermachen. Am Abend steigt die Party. Doch die erste Woche hat mich schon so fertig gemacht, dass ich mich um 2 Uhr in mein Bett verdrücke. Immerhin ist das Heimweh mittlerweile verflogen. Der Ausblick auf die zweite Woche versetzt mich ebenfalls in Euphorie.
Sonntag, 08. August: Murmeltiertag – nach der vorabendlichen Party können alle einfach mal ausschlafen und vertreiben sich den Tag mit Filmen und rumchillen. Erst jetzt erfahre ich, was in der vergangenen Nacht noch passiert ist: Eins unserer beiden Teilnehmer-Pärchen hat sich mitten in der Nacht zu zweit auf die Dünen verdrückt. In dem unwegsamen Gelände höchstgefährlich und von uns strikt verboten. Nun gilt es, den richtigen Weg zwischen Sanktion und Respekt beizubehalten. Ich bin froh, dass die alten Lager-Hasen dabei sind und dies übernehmen. Ein weiterer Rückschlag folgt: Aus persönlichen Gründen kündigt einer der Betreuer seine Abreise am nächsten Morgen an, schade.
Dienstag, 10. August: Auf diesen Tag freue ich mich schon seit anderthalb Wochen. Die Tour in die 50 Kilometer entfernte Stadt Aalborg steht an. Mit den drei anderen Betreuerinnen erkunde ich die Stadt und mache mich auf zu einer kleinen Shoppingtour. Einfach mal keine Dauerbeschallung durch die Anlage, keine Teilnehmer, keine Aktionen und kein Kochen.
Freitag, 13. August: Es ist der letzte Tag in Dänemark. Das bedeutet: Aufräumen. Mich hat es richtig erwischt. Es war mir ja vorher bewusst gewesen, dass zwei Wochen Lager nicht gerade förderlich für das Immunsystem sein würden, aber musste es jetzt so kommen? Dank des wunderbaren Teams, kann ich mich erst einmal erholen und werde mit Medikamenten versorgt. “Laryngsan” schmeckt zwar nicht besonders, treibt einem aber buchstäblich den Rotz aus dem Kopf. Am Abend können sich die Teilnehmer zum Abschluss richtig von uns Betreuern bei einem stilechten Dinner verwöhnen lassen, eine Premiere in all den Jahren, die es das Lager schon gibt. Wir haben uns in Schale geschmissen und servieren in gehobenem Ambiente mit gehobenen Manieren ![]()
Samstag, 14. August: Es geht wieder nach Hause – im Prinzip habe ich zwei Wochen auf diesen Tag hingearbeitet. Das Heimweh war groß, wenn auch nicht übermächtig. Erst an diesem Morgen taucht bei mir das berühmte “weinende Auge” auf und ich werde doch ein wenig wehmütig, dass die zwei Wochen letztendlich so schnell vorüber gegangen sind. Mir wird klar, was ich zu Hause vermissen werde: Den Strand, die Luft, das Meer, die kleinen schnuckeligen Häuser, doch ich bin zuverlässig, dass ich nicht zum letzten Mal an diesem Ort war. Nach elf Stunden Fahrt kann ich endlich meinen Freund wieder in die Arme schließen. Die Teilnehmer verschwinden innerhalb von fünf Minuten. Da verbringt man 14 Tage mit ihnen und so schnell sind sie wieder weg, unglaublich.
Es waren zwei tolle Wochen mit einem wunderbaren Team und einer anständigen Teilnehmer-Gruppe. Die Betreuerrunden waren ein gelungener all-abendlicher Abschluss. Es war anstrengend und doch so erholsam. Zu Hause musste ich mich erst einmal wieder daran gewöhnen, meinen Bruder (der als Teilnehmer dabei war) nicht mehr zum “Küchendienst” aufzufordern. Denn eins steht fest: An das Betreuerleben kann man sich viel zu schnell gewöhnen.
I’m still Jenny from the ‘blog’
by Jenny on Aug.18, 2010, under Allgemein | Diesen Artikel Schwarz auf Weiss lesen
Vielleicht fragen sich einige Blog-Leser: “Wer ist eigentlich diese ominöse Jenny, die hier seit einiger Zeit in eher unregelmäßiger Regelmäßigkeit ihre Beiträge veröffentlicht?”
An dieser Stelle möchte ich euch darüber mal aufklären: Hallo, ich bin Jenny, 17 Jahre jung und komme genau wie Patrick aus der münsterländischen Landidylle. Meine Freizeit besteht zum großen Teil aus meiner Leidenschaft – dem Schreiben. Wenn es nicht gerade Beiträge auf diesem Blog sind, könnt ihr im Lokalteil der Westfälischen-Nachrichten etwas von mir lesen. Seit gut anderthalb Jahren arbeite ich als Freie Mitarbeiterin für die Orte Nordwalde, Altenberge und Borghorst. Außerdem gibt es da noch die Jugendseite “Jugendfrei” an der ich mich jede Woche probieren darf. Was ich da so fabriziere, gibt es immer in der Freitags-Ausgabe zu lesen.
Wenn ich mal nicht als rasende Reporterin auf meinem Roller durch die Landschaft gurke, widme ich mich in meiner Freizeit meinem Pony, dem Singen und selbstverständlich den Freunden – wobei ich ehrlich gestehen muss, dass mir dafür viel zu häufig die Zeit fehlt.
Ich bin ein waschechtes Bauernschaftskind. Schützenfest und Karneval sind für mich nich nur zwei Feste – sie sind fester Bestandteil meines Kalenders und bedeuten: Ausnahmezustand. Wie sollte es anders sein, engagiere ich mich daher auch noch bei der KLJB Nordwalde (-den alten Bauern-). Zum Ausgleich arbeite ich hin und wieder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen in der evangelischen Kirchengemeinde. Dieses Jahr war ich beispielsweise Betreuerin bei einem zweiwöchigen -definitiv nicht spießigen- Ferienlager.
Das ist das, was mir spontan zu mir selbst einfällt. Was mir ansonsten so spannendes widerfährt oder mich bewegt, könnt ihr in den folgenden Blogbeiträgen lesen.
Tschö mit “ö”,
Eure Jenny





